Wer nach Costa Rica fährt möchte in erster Linie die wunderbare Landschaft mit der üppigen Vegetation erkunden. Doch es gibt auch interessante Architektur zu bewundern. In Nicoya steht die älteste Kirche der Nation. Die Iglesia de San Blas, 16. Jahrhundert, ist aus Adobe (Lehmziegel) gebaut.
Iglesia de San Blas
Die neugotische Kirche in der Stadt Grecia ist auf dem ersten Blick rein äußerlich nicht besonders aufregend, doch zeigt sie beim genauen Hinsehen eine interessante Konstruktion. Selbst Fenstergewände, Fenster und Türen sind aus Metall.
Metallkirche in Grecia - Aussenansichten
Die Metallkirche in Grecia wurde Ende des 19. Jahrhunderts aus Belgien importiert. Die ganze Kirche ist in der für die Zeit typischen Eisenkonstruktion errichtet worden. Diese eher ungewöhnliche Konstruktion wurde wegen der zahlreichen Erdbeben gewählt. Weshalb man auch in anderen lateinamerikanischen Orten und Ländern Metallkirchen errichtete. Die ersten Stahlplatten erreichten im Oktober 1892 den Hafen von Limón, wo sie mit dem Zug bis Alajuela transportiert und von dort die 20 km bis Grecia in Ochsenkarren gezogen wurden. Auf Grund der fehlenden Mittel zum Bau blieben die Stahlplatten zwei Jahre vor dem Bauplatz liegen. Im März 1894 begannen die Arbeiten, unter der Leitung des Ingenieurs Lucas Fernández, um im Dezember 1897 beendet zu werden, bis auf die Türen und Fenster, die nie von der belgischen Baufirma geliefert wurden.

Gustave Eiffel (1832-1923), der von 1872 bis 1874 in Südamerika tätig und am Bau des Panamakanals beteiligt war, soll ebenfalls für Lateinamerika Metallkirchen geplant haben.

Metallkirche in Grecia - Innenansichten
Im Nationalpark Santa Rosa, im Norden des Landes, befindet sich die Gedenkstätte La Casona wo die beiden historisch bedeutenden Schlachten im Jahre 1856 und 1955 stattfanden. Die Ursprünge der Gebäude gehen auf das Jahr 1663 zurück. Die Hacienda wurde mehrmals umgebaut und erweitert, zuletzt 1895. Nach einem Brand im Jahr 2001 wurde das Gebäude rekonstruiert und dient heute als Gedenkstätte.
Gedenkstätte La Casona
Bevor in den 80er Jahren Absatzschwierigkeiten und hohe Auslandsschulden das Land in die Armut stürzte, erlebte Costa Rica durch den Export von Kaffee und Bananen in den 50er bis zu den 70er Jahren des 20ten Jahrhundert einen wirtschaftlichen Aufschwung. In dieser Zeit sind deshalb einige architektonisch sehr qualitätsvolle Bauwerke entstanden. Auf der Strasse von San José nach Grecia steht dieses Vereinshaus aus den 60/70 er Jahren.
Vereinshaus
Gebäude für den Tourismus sind im heutigen Costa Rica eine der wichtigsten Aufgaben der zeitgenössischen Architektur. In der Nähe von Quepos liegt das Hotel Casa Grande.

Um eine große rechteckige Grünfläche sind die einzelnen Gebäude gruppiert. Diese Bauart ist den Plantagensiedlungen der 50er Jahren entnommen.

Die Arbeiter leben mit ihren Familien in zweigeschossige kleine Satteldachhäuser die um den zentralen Platz gruppiert sind, der auch als Fußballplatz dient. Das Hotel hat eingeschossige einzelne Häuser. In zweiter Reihe befindet sich ein lang gestreckter eingeschossiger Baukörper mit einzelnen Appartements. Die Grünanlagen sind sehr anspruchsvoll hergerichtet.
Hotel Casa Grande
Aber auch schöner „Alltagsarchitektur“ begegnet man auf der Fahrt durch das Land. Eine landschaftlich sehr reizvolle Strasse führt entlang dem Lago Arenal. Der See ist erst im Zuge eines Staudammprojektes im Jahr 1973 entstanden und bietet einige sehr schöne Ausblicke.
Alltagsarchitektur
Dipl.-Ing. Francisco Molina, Architekt

 

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Dipl.-Ing. Francisco Molina, Architekt
Dipl.-Ing. Veronika Vogelsang, Landschaftsarchitektin